Pascal Ritz, 1971 geboren im Kriegs-Vietnam, aufgewachsen zuerst im Rheintal und dann in Mies/VD, hatte sich als Jugendlicher nie für Zigaretten interessiert.
1988, frisch aus der Schule entlassen und am Anfang seines Wirtschaftsstudiums, zog es ihn jedoch in das legendäre Davidoff Geschäft in Genf. Denn nun war für ihn die Zeit gekommen, einmal eine Zigarre zu probieren.
Es war circa 10.30 Uhr an diesem Morgen, als er sich zu dem Geschäft begibt, in dem schon unzählige Persönlichkeiten ihre Zigarren persönlich gekauft hatten: Elvis Presley, Orson Welles, Ursula Andress, Gina Lollobrigida, Arthur Rubinstein, Jerry Lewis, Aga Khan, Fred Astaire, Alain Delon, Jean-Paul Belmondo, Könige, Prinzen, ... die Liste ist lang!
"Vor dem Eingang stand ein Herr mit einem grossen Schnurrbart, der mir Angst einflöste. Schnell ging ich an ihm vorbei in den hinteren Teil des Ladens, wo sich auch der Instore-Humidor befand. Dort stand ein Herr mit grauen Haaren und mit einer Zigarre. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass dieser Mann Zino Davidoff war. Ich grüsste ihn und fragte, welche Zigarre ich nehmen solle. Zino erwiderte, ob ich denn schon einmal geraucht habe. Dann fragte er mich, ob ich rauchen wolle um des Rauchens willen, oder ob ich eine Zigarre degustieren, diese geniessen wolle. Ich antwortete, dass ich des Genusses willen rauchen wolle. So empfahl er mir eine Davidoff 2000. Ich wollte wissen, ob ich auch nur eine Zigarre mitnehmen könne, denn ich sei Student. Er antwortete mit einem Nein. Wenn man die Zigarre entdecken, sie geniessen wolle, dann gehe das nicht mit nur einer Zigarren. Mit einer Zigarre gebe man dem Gaumen nicht die nötige Zeit, diesen neuen Geschmack zu entdecken. Er sagte, ich solle das ganze Kistchen mitnehmen. Worauf ich entgegnete, ich könne mir das nicht leisten. Er antwortete, ich solle sie mitnehmen und in drei Monaten wiederkommen. Wenn sie mir nicht passen, könne ich die restlichen Zigarren wieder bringen. Heute müsse ich nichts zahlen. Nach fünf oder sechs Monaten, ich brauchte etwas länger, um alle Zigarren zu degustieren, kehrte ich zurück ins Geschäft und fragte nach Zino Davidoff. Ich sagte ihm, ich hätte alle Zigarren geraucht und übergab ihm die geschuldeten 220 Franken. Er wollte wissen, ob mir die Zigarren gefallen hätten. Ich antwortete, dass mein Gaumen tatsächlich eine Weile gebraucht hätte. Aber nun würden mir die Zigarren sehr passen. Er wirkte erfreut und meinte, dann wäre es nun Zeit für eine Robusto, die Davidoff Special R. Seither geniesse ich Zigarren. Das ist meine Story."
Genau 40 Jahre später, im Frühling 2018, tritt Pascal als Neptun-Mitglied in unseren Verein "Smoke on the Water" ein, dessen Clublokal die MS Davidoff ist.
Mit dieser schönen Geschichte beenden wir ein genussvolles 2018 und wünschen allen ein ebensolches und glückliches 2019.