Paloma Szathmáry: Wir durften Dich mit einer grossen Delegation vom CdF im Oktober hier in Zürich begrüssen und den Samstagabend in unserem Clublokal, der MS Davidoff, auf dem Zürichsee verbringen. Welche Erinnerungen hast Du mit nach Hause genommen?
Maximilian Herzog: Die liebevolle Organisation hat mir sehr gut gefallen. Die anregenden Gespräche und das Erlebnis auf dem Wasser waren einmalig.
Paloma Szathmáry: Du bist im März 1988 nach Deutschland ausgewandert. Vermisst Du die Schweiz? Etwas im Speziellen?
Maximilian Herzog: Aus familiären Gründen bin ich sehr oft in der Schweiz. Ich kann die Schweiz insofern gar nicht vermissen. Was mir jedoch sehr fehlt ist Zermatt im Winter. Wenn die Sehnsucht zu gross wird, dann gehe ich einfach hin. Etwas vermisse ich aber tatsächlich: das Kulinarische. Man isst einfach viel besser in Zürich. Hier fällt man seltener rein. Ich meine damit, es passiert mir hier eigentlich nie, dass ich wirklich nicht gut esse.
Paloma Szathmáry: Wie bist Du zur Zigarre gekommen?
Maximilian Herzog: Mit 14 Jahren habe ich in der Schule angefangen zu rauchen resp. ich habe es probiert. Ich konnte damals schon nicht inhalieren, und kann es auch heute noch nicht. Ich wollte es aber, denn diejenigen, die rauchten, waren einfach die Interessanteren. Ich habe mir die Dannemann Fresh gekauft und gemerkt, dass rauchen auch ohne zu inhalieren möglich ist. Eine Zeitlang habe ich Pfeife geraucht. Aber seit langem bin ich der Zigarre treu. Die ersten stammten aus Brasilien, danach habe ich Kuba entdeckt, später dann auch die Dominikanische Republik.
Paloma Szathmáry: Was gefällt Dir besonders an Deinem Beruf, an der Branche?
Maximilian Herzog: 500 Jahre Kultur und die besondere Eigenschaft der Zigarre, Menschen zusammen zu bringen. Die Zigarre ist ein Kommunikationskatalysator. Für oder mit einem Produkt ohne Kultur zu arbeiten, das würde mir keinen Spass machen. Ich kann mir kein anderes Produkt, keine andere Branche vorstellen.
Paloma Szathmáry: Du hast den Club de Fumadores vor 10 Jahren gegründet. Was war der Auslöser?
Maximilian Herzog: Den Club gab es vorher schon, es war aber kein eingetragener Verein. Es war ein loser Zusammenschluss zwischen der Casa de Habanos und meinem Geschäft. Dem Club drohte das Aus. Ich liess ihn eintragen, sodass wir einen Ort zum Rauchen hatten. Der Auslöser war rein politisch.
Paloma Szathmáry: …. ähnlicher Hintergrund wie bei unserem Verein «Smoke on the Water».
In Gedenken an den vor zehn Jahren verstorbenen Davidoff-Patron Dr. Ernst Schneider tragen beide während des Gespräches die Davidoff-Bauchbinde am Ringfinger.
Paloma Szathmáry: Wir beide haben uns bei der Fotoaufnahme zu Ehren von Dr. Ernst Schneider, dem vor 10 Jahren verstorbenen Patron unseres Zigarrensponsors Oettinger Davidoff, eine Davidoff-Bauchbinde an den Ringfinger gesteckt, so wie er es zu tun pflegte. Hast Du ihn und den Namensgeber Zino Davidoff persönlich gekannt?
Maximilian Herzog: Ernst Schneider habe ich natürlich gekannt. Zino Davidoff habe ich nie persönlich getroffen.
Paloma Szathmáry: Hast Du eine Lieblingszigarre?
Maximilian Herzog: Ähnlich wie beim Wein, ist auch die Zigarre Schwankungen unterworfen. Hier kommt es oft auch auf den Jahrgang darauf an. Als «Hombre Habano» bekomme ich anlässlich des Habanos Festivals immer ein Kistchen Zigarren nach Wahl. Ich wünsche mir immer die Ramon Allones Gigantes. Die sind wunderbar und einfach immer perfekt!
Paloma Szathmáry: Welches Getränk kombinierst Du am liebsten zur Zigarre?
Maximilian Herzog: Rotwein aus dem Bordelais.
Paloma Szathmáry: Was ist Deine jüngste erfreuliche Zigarrenentdeckung?
Maximilian Herzog: Die Chapter One von La Flor Dominicana.
Paloma Szathmáry: Wenn Du einen Wunsch frei hättest – welcher wäre das?
Ich würde gerne mit Ernest Hemingway über Genuss und die Zigarre insbesondere diskutieren.