Lange Zeit gab es auf der Insel überhaupt keine Brennerei, die einzige offizielle, die hin und wieder in verschiedenen Quellen auftaucht, ist die «Lagg Distillery», die 1825 bis 1837 produzierte. Im selben Jahrhundert ist aber gleichzeitig immer von bis zu 50 Distillerien die Rede, doch es gibt weder Namen noch Standorte dazu. Der Grund dürfe einfach sein. Schwarzbrennerei. Auf diese Insel zogen sich offensichtlich diejenigen zurück, die den Steuern des Königreichs entgehen wollten.

Bis zu Beginn der 90er Jahre war Harold J. Currie CEO des kanadischen Misch- und Weltkonzerns Seagram Company Ltd., die aus dem Unternehmen Distillers Corporation entstand, die ihr gigantisches Wachstum auf kanadischem Boden der US-Amerikanischen Prohibition verdankte. Zu Curries Zeit als CEO war Seagram der Weltgrösste Spirituosenhersteller überhaupt, zum dem auch die Cognac Marke Martell gehörte.

Jedenfalls stieg Harold J. Currie aus und gründete die «Arran Distillery», die heute eine der ganz wenigen ist, die nicht von einem Konzern aufgekauft worden ist.

Der Mann, der über Jahre hinweg als Boss eines Weltkonzerns selber Marken kaufte, fusionierte und konsolidierte, wusste was er tat und vor allem wo: In der Bucht von Lochranze liegt sowohl der Hafen als auch Wasser, das aus Granit entspringt und sich seinen Weg zuerst durch das Torf sucht bevor es mit dem Malz eingemaischt wird. Wie wichtig das Unterfangen war, zeigte sich auch daran, dass die Queen 1995 die «Arran Distillery» eröffnete.

Wir haben die Flasche «The Arran Malt 14» leer gemacht und es war ein Vergnügen. Mit 46 Vol. % ist er zumindest mal kein Weichei, auch wenn das Gesamtbild sehr weich und harmonisch in Erscheinung tritt. Er glänzt mit einer Haselnussnote, die von wenig Karamellaroma unterstrichen wird. Gleichzeigt schwirrt auch ein Hauch von der Säure eines grünen Apfels herum. Wie auch immer, er gingt runter wie nichts, und das immer mit dem Gedanken daran, dass er aus einer unabhängigen schottischen Distillery stammt, was selten genug geworden ist. Gequalmt haben wir dazu ganz simpel eine schokoladige Montecristo Edmundo Robusto.