Am 15. März 2026 bin ich 60 Jahre alt geworden. Und ich gebe es zu: Ich mag Rituale. Ich mag Symbolik. Ich mag diese kleinen, bewusst gesetzten Markierungen Also habe ich mir gedacht: Wenn schon 60 … dann bitte mit einem Ausrufezeichen!

Und weil ich fest daran glaube, dass es manchmal eben doch keine Zufälle gibt, habe ich mich genau für diesen Tag zum United Airlines New York Halbmarathon angemeldet.

Zuerst dachte ich: Das ist etwas ganz Besonderes. Dann erfährt man, dass rund 35.000 Menschen an diesem Lauf teilnehmen. Nun ja, damit relativiert sich der Gedanke der Einzigartigkeit ziemlich schnell. Und trotzdem. Für mich war es etwas ganz Besonderes.

Es war anstrengend. Es war eindrücklich. Und ich bin ziemlich sicher: Es wird nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Denn diese Momente vergisst man nicht so schnell:

• Um 8:30 Uhr morgens über die Brooklyn Bridge zu laufen, während die Stadt erwacht.

• Fünf Kilometer vor dem Ziel durch den gesperrten Times Square zu rennen, dort, wo sonst tausende Menschen flanieren.

• Und am Ende: in den Central Park einzubiegen, mit müden Beinen – aber einem ziemlich breiten Lächeln.

Und ich merkte plötzlich: Es geht gar nicht so sehr um die Zeit. Nicht um die Kilometer. Und auch nicht um die Platzierung.

Es geht darum, sein gesetztes Ziel erreicht zu haben. Um das Gefühl, noch unterwegs zu sein. Noch neugierig zu sein. Noch Dinge zu tun, die vielleicht ein bisschen verrückt sind.

60 ist dann plötzlich keine Zahl.

60 ist eher so etwas wie eine neue Startlinie.

Und selbstverständlich genoss ich im Anschluss die (für mich) obligate Finisher-Zigarre ... :-)

 

Autor: Thomas Schneider, langjähriges Mitglied von Smoke on the Water und Coach